Potsdam (ots) – Die Niedersächsische Bildungscloud (NBC) und die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte und durch das Hasso-Plattner-Institut (HPI) entwickelte Schul-Cloud werden zukünftig miteinander kooperieren. Dies gaben der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne, die Leiterin der Arbeitsgruppe “Digitaler Wandel” im Bundesministerium für Bildung und Forschung Melanie Rüther, der Direktor des Hasso-Plattner-Instituts Prof. Dr. Christoph Meinel sowie der Geschäftsführer der niedersächsischen Landesinitiative n-21 Michael Sternberg am (heutigen) Dienstag auf der Bildungsmesse didacta bekannt. Durch die Kooperation wird es zukünftig möglich, Synergieeffekte in der Weiterentwicklung zu nutzen, Doppelprogrammierungen zu vermeiden, Erfahrungen auszutauschen und grundsätzliche Fragestellungen gemeinsam zu bearbeiten. Hiervon profitieren beide Seiten. Insbesondere bietet sich die Chance, durch die Anbindung der niedersächsischen Projektschulen bereits während der Erprobungsphase eine Plattform zu entwickeln und im realen Unterrichtsbetrieb zu testen, die im Anschluss langfristig bundesweit und länderspezifisch effizient eingesetzt werden kann.

Für die Bundesebene begrüßt Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka die heutige Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung: “Smartphones, Tablets und digitale Medien sind heute praktische Alltagswerkzeuge für fast alle Jugendlichen. Die Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Instituts soll solche Werkzeuge auch für den Unterricht nutzbar machen. Für die Schul-Cloud wird entwickelt, was Lehrkräfte und die Schüler als Wünsche für den Unterricht und das Lernen zu Hause formulieren. Durch die Mitwirkung der Schulen entsteht eine stabile Infrastruktur aus der Praxis für die Praxis. Mit den Pilotschulen aus Niedersachsen sind jetzt alle Schulformen vertreten.”

Im Projekt der Niedersächsischen Bildungscloud arbeiten 43 Schulen sämtlicher Schulformen mit ihren Schulträgern sowie zwei Studienseminare zusammen. Darunter sind Schulen aus urbanen Zentren ebenso wie Schulen aus ländlichen Regionen. “Mit der Niedersächsischen Bildungscloud und der Schul-Cloud bündeln zwei starke Player ihre Expertise auf dem Weg in das digitale Klassenzimmer. Beide verfolgen ein gemeinsames Ziel: Schülerinnen und Schüler sollen im digitalen Klassenzimmer der Zukunft mittels mobiler Endgeräte miteinander kommunizieren, Unterrichtsmaterialien austauschen oder gemeinsam an Projekten arbeiten können – und dies auch schulübergreifend und schulformübergreifend. Wir entwickeln eine Lernplattform, die alle Anforderungen des Datenschutzes erfüllt und setzen Standards für eine moderne und zukunftsfähige Schul-IT”, sagte der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne, der mit Melanie Rüther, Prof. Dr. Christoph Meinel und Michael Sternberg auf der didacta die K ooperation symbolisch durch das Herstellen der Steckerverbindung zwischen den beiden Systemen und das gemeinsame Drücken des “Roten Knopfes” besiegelte.

Das Hasso-Plattner-Institut entwickelt die Schul-Cloud zusammen mit den Gymnasien des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC. Diese formulieren aus der Schulpraxis heraus ihre Anforderungen an das Projekt. HPI-Institutsdirektor Professor Christoph Meinel: “Mit der Schul-Cloud entwickeln wir eine moderne IT-Infrastruktur, über die Lehr- und Lerninhalte sehr einfach von überall abgerufen und im Unterricht eingesetzt werden können. Gemeinsam mit n-21 werden wir die Vorteile der Schul-Cloud für ein Bundesland aufzeigen, gleichzeitig haben alle teilnehmenden Schulen die Möglichkeit, sich in der Entwicklungsphase aktiv einzubringen.”

Michael Sternberg, Geschäftsführer der Landesinitiative n-21: Schulen in Niedersachsen online e.V. ergänzt: “Durch die Kooperation der Niedersächsischen Bildungscloud mit der Schul-Cloud erwarten wir uns große Synergieeffekte und wichtige Impulse für die anwendungsorientierte Gestaltung von Bildung in einer digitalisierten Welt. Unser Ziel und unser Auftrag ist es, eine virtuelle Plattform für den Einsatz im Unterricht an allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen zu schaffen, die den pädagogischen Anforderungen gerecht wird. Die Niedersächsische Bildungscloud ist dabei anschlussfähig für die bislang bereits an den Schulen genutzten Systeme. Sie honoriert so das wertvolle Engagement der Schulen und baut auf ihren Erfahrungen auf.”

Über die Schul-Cloud

Die Schul-Cloud wird durch das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Zusammenarbeit mit zahlreichen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis entwickelt und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das Lernen mit digitalen Inhalten soll in der Schule und zu Hause so unkompliziert wie möglich werden. Die Entwicklungsziele der Schul-Cloud werden aus der Unterrichtspraxis heraus formuliert. Bundesweit arbeiten derzeit 27 ausgewählte MINT-EC-Schulen im Rahmen eines Pilotprojekts mit der Schul-Cloud. Ab dem nächsten Jahr sollen stufenweise bis 2021 alle rund 300 Schulen des MINT-EC-Netzwerks an die Schul-Cloud angeschlossen werden. Nach Ende der Entwicklungsphase der Schul-Cloud soll ein zuverlässiges und für den Unterricht in allen Fächern leicht anpassbares digitales Werkzeug zur Verfügung stehen. Weitere Informationen unter:

https://schul-cloud.org/ und https://hpi.de/schulcloud

Über die Niedersächsische Bildungscloud (NBC)

Mit der Niedersächsischen Bildungscloud entsteht ein großes virtuelles Klassenzimmer in Form einer kollaborativen Lernplattform. An der Pilotphase des Projekts, die von 2017 bis Ende Januar 2020 durchgeführt wird, beteiligen sich insgesamt 43 Projektschulen und Projektfollowerschulen aller Schulformen sowie zwei Studienseminare. Die Pilotphase wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Der Projektvorschlag von n-21 zur Entwicklung einer Niedersächsischen Bildungscloud orientiert sich an den zentralen Zielsetzungen des Landeskonzeptes “Medienkompetenz in Niedersachsen – Ziellinie 2020″, das unter anderem die

- verbindliche Entwicklung von schulischen Medienkonzepten, die
wiederum Bestandteile der Schulentwicklung aller Schulen werden;
- Bereitstellung digitaler Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte,
Schülerinnen und Schüler;
- Entwicklung von Empfehlungen für die Hardwareausstattung /
IT-Infrastruktur an Schulen sowie für deren Vernetzung und Wartung
vor dem Hintergrund einer Orientierung auf schülereigene digitale
Endgeräte (Bring-Your-Own-Device (BYOD)-Konzept);
- Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen
mit persönlichen, eltern-/nutzerfinanzierten digitalen Endgeräten;
- flächendeckende Einführung von digitalen Lern- und
Arbeitsumgebungen für alle Schülerinnen und Schüler vorsieht. 

Weitere Informationen unter: www.niedersachsen.cloud

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering (https://hpi.de). Mit dem Bachelor- und Master-Studiengang “IT-Systems Engineering” bietet die gemeinsame Digital-Engineering-Fakultät der Universität Potsdam und des HPI ein deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium an, das von derzeit rund 500 Studierenden genutzt wird. Bei den CHE-Hochschulrankings belegt das HPI stets Spitzenplätze. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI dreizehn Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen IT-Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche.

Kontakt zum Autor dieser Meldung:

presse@hpi.de
Christiane Rosenbach, Tel. 0331 5509-119, christiane.rosenbach@hpi.de
und Felicia Flemming, Tel. 0331 5509-274, felicia.flemming@hpi.de

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